Archiv für: Oktober 2010

NEU: Kolumne "Das Leben in Biel/Bienne"

von Sandra Schneider E-Mail

Kaum eine andere Stadt in der Schweiz steht so oft negativ in den Schlagzeilen wie Biel. Dies schmerzt mein Seeländer Herz zu tiefst! Jedoch bin ich der Meinung, dass unsere gewaltigen Probleme nur so gelöst werden können. Erst wenn die ganze Schweiz den Zeigefinger auf uns hält, wird sich hier wohl was ändern. Na dann: packen wir’s an!

Turbulente Tage!

Zur Abwechslung war Biel am Montag unteranderem positiv in den Medien –ein Wunder! Mit grossem Erstaunen habe ich von der Geburt eines jungen Babys Kenntnis genommen. Die Geburt war deshalb etwas ganz besonderes, weil das Kind im 6er Bus in Richtung Spitalzentrum Biel, das Licht der Welt erblickte. Ich gratuliere der frischgebackenen Mutter herzlich und wünsche ihr und dem Baby alles Gute!

Doch auch am selben Tag, mussten wir vom schrecklichen Tod einer Bieler Prostituierten Kenntnis nehmen. Am Montagmorgen, 11. Oktober, wurde in einem Studio an der Ernst-Schüler Strasse 22 in Biel eine Prostituierte tot aufgefunden. die Frau starb an den Folgen von Schnittverletzungen, die ihr eine unbekannte Täterschaft zugefügt hat. Die mutmassliche Tatwaffe ist sichergestellt worden. Ob die Polizei diesen Fall knacken wird? Hoffen wir das Beste!

Alki-Treff – hier scheiden sich die Geister

Vor gut zwei Wochen wurde der illegale Alki-Treff hinter dem Bieler Bahnhof geräumt. Die Randständigen stehen ohne Alternative im Regen. Was erst als Provisorium galt, dauerte schlussendlich sieben Jahre an. Sieben Jahre sollten Zeit genug sein, um eine optimale Lösung für das „Problem“ zu finden – könnte man meinen. Doch irgendwie wurde das verschlafen.

Fakt ist, dass sich die Alkoholiker nach wie vor hinter dem Bieler Bahnhof treffen – jetzt halt ohne Baracke. Und solange sie nicht stören, kann man sie auch nicht wegweisen. Heisst: das Problem ist – und wird wohl noch lange nicht gelöst werden. Das Ziel einer jeden Regierung sollte es sein, den alkoholkranken Menschen beim Überwinden der Sucht zur Seite zu stehen und diese dann wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Es sollte ein Ort geschaffen werden, an denen sie sich Rat holen können, eine kleine Mahlzeit geniessen dürfen und medizinisch verpflegt werden. Ausserdem denke ich an eine Art „Ein-Franken Job“: Arbeitswillige Alkoholkranke könnten kleinere Arbeiten, welche der Stadt einen Dienst erweisen, ausführen. Dies hätte zum Vorteil, dass ihnen bei gutem Verhalten ein positives Arbeitszeugnis ausgestellt werden kann. Die Integration in die Berufswelt würde sicherlich erleichtert.

Pierre-Yves Moeschler unter Druck!

Während eines Gesprächs mit dem Sozialdirektor Pierre-Yves Moeschler, vergangen Dienstag, wurde stets von einer Studie gesprochen. Diese Studie untersucht, wie die Drogenpolitik in Biel definiert werden soll. Keine schlechte Sache - sofern sie lösungsorientierte Ergebnisse präsentiert. Es wurde mir ausserdem mitgeteilt, dass nun - während einer unbekannten Zeit - beobachtet wird, wie sich die Randständigen ohne "Treff" entwickeln. Nach dieser wohl jahrelangen Beobachtungsphase wird dann eine Lösung gesucht und im Gemeinderat diskutiert... Das Problem wird nicht gelöst, sondern nur verwaltet.

Keine offene Drogenszene mehr in Biel!

von Sandra Schneider E-Mail

Der Missstand in der Bieler Drogenszene ist gewaltig. Auf offener Strasse werden in der Gerbergasse täglich Drogen konsumiert. Das bleibt nicht ohne Folgen: Wohnungen stehen leer, die Altstadt wird weniger besucht oder gar gemieden und ansässige Geschäfte machen
weniger Umsätze. Seit langem ist bekannt, dass die Altstadt zu einem der grösseren vermeintlichen Drogenumschlagplätze der Stadt Biel gehört. Doch unternehmen weder Gemeinde- noch Stadtrat etwas gegen diese Missstände.

Darunter leiden auch die Schulkinder aus dem Quartier. Sie werden auf übelste Art und Weise mit dem Drogensumpf der Stadt konfrontiert. In der Gerbergasse kam es kürzlich soweit, dass sich ein Drogenabhängiger entblösste, um sich die Droge in sein Glied zu spritzen. Dies vor den Augen eines zehnjährigen Schulmädchens! Solche und ähnliche Szenarien gehören nicht in das Altstadtzentrum von Biel und schon gar nicht vor die Augen eines Schulkindes.

Aus diesem Grund fordert die Junge SVP die Stadt Biel auf, sich dem Problem endlich zu stellen und griffige Lösungen vorzulegen. Zum Schutz der Kinder und zur Aufwertung des Quartieres muss die Drogenabgabestelle in die Industriezone am Stadtrand verschoben werden. Weiter fordert die Junge SVP einen Kurswechsel in der städtischen Drogenpolitik. Heute wird das Drogenproblem nämlich nur verwaltet, jedoch nicht gelöst. Ziel muss es sein, dass Drogenabhängige ihre Sucht überwinden und so wieder die Möglichkeit für ein Leben in geordneten Verhältnissen erhalten.