Drogenanlaufstelle „Yucca/Cactus“: Junge SVP Biel-Seeland erwägt Lancierung einer Volksinitiative

Die Junge SVP Biel-Seeland fordert schon lange den Wegzug der Drogenanlaufstelle aus der Bieler Altstadt. Sie begrüsst daher die Ankündigung, dass dies nun bald geschehen soll. Jedoch warnt die Junge SVP Biel-Seeland davor, das Problem einfach an einen anderen Ort zu verlagern. Sie erwägt daher die Lancierung einer städtischen Volksinitiative zur Lösung der Drogenproblematik.

Das Yucca/Cactus - Bild: Adrian Streun

Wieder einmal verkündet der Gemeinderat eine Lösung zur problematischen Drogenanlaufstelle „Yucca/Cactus“ in der Gerbergasse. Seit Jahren laufen dort die Probleme aus dem Ruder: Es bildet sich jeweils eine halboffene Drogenszene vor dem Gebäude.  Sandra Schneider, Präsidentin der Jungen SVP Biel-Seeland und Stadtratskandidatin der SVP Biel erklärt: „Drogenabhängige verrichten auf der Baustelle visavis des „Yucca/Cactus“ ihre Toilette, ebenso konsumieren sie Stoff mitten auf der Strasse und belästigen die Bürgerinnen und Bürger, damit muss endlich Schluss sein!“ Ein weiteres grosses Problem sind Dealer, die unverblümt ihre Waren in der Gerbergasse verkaufen. Die Polizei scheint nicht mehr Herr der Lage zu sein.

Wie genau die städtische Lösung nun aussieht, wartet die Junge SVP Biel-Seeland jetzt ab. Sandra Schneider warnt aber den Gemeinderat: „Ich hoffe sehr, dass die Drogenanlaufstelle nicht einfach in ein anderes Quartier umzieht. Das Problem würde so nur verlagert, aber nicht gelöst.“ Es sei ein Armutszeugnis, dass sich die Politik erst heute bewegt, denn die Altstadtbewohner wurden jahrelang mit den Problemen allein gelassen, so Schneider weiter. Die Junge SVP fordert grundsätzlich eine Drogenpolitik, welche die Suchtbekämpfung in den Mittelpunkt stellt. Süchtige sollen von ihrer Abhängigkeit befreit und wieder in die Gesellschaft eingliedert werden.

Sollte die Stadt Biel keine befriedigende Lösung anbieten, erwägt die Junge SVP Biel-Seeland die Lancierung einer Volksinitiative. Mögliche Stossrichtung der Initiative könnte sein, dass eine mobile Drogenanlaufstelle geschaffen wird. Einer Szenen-Bildung könnte so Einhalt geboten werden. Ebenso sollte aus Sicht der JSVP bei der Drogenanlaufstelle eine mobile Polizei-Patrouille permanent angegliedert werden, um die Problematik mit Dealern und Drogenhandel besser bekämpfen zu können.

 

Für Rückfragen:
Sandra Schneider, Präsidentin Junge SVP Biel-Seeland, Stadtratskandidatin SVP, Biel
Telefon 079 728 58 03

Comments: 2

  1. Freddy Berger 27. Juli 2012 at 07:50 Reply

    Sie sollten sich mal bei anderen Städten erkundigen, die bereits langjährige Erfahrung mit viel grösseren Drogenszenen haben. Beispiel Zürich: die Schliessung des Platzspitzs hat schlussendlich zu einer Verlagerung an den Letten geführt, seit der Schliessung des Lettens sind die Drogensüchtigen jetzt „irgendwo“ auf dem Stadtgebiet unterwegs, keiner weiss aber so genau wo. Sprich die Betreuung wird schwieriger, da die Leute nicht mehr greifbar sind. Und glauben Sie ja nicht, dass es wegen der Schliessung weniger Drogensüchtige gäbe – objektiv vielleicht ja, effektiv findet das Elend jetzt einfach im Untergrund statt.

    Wie genau Sie sich eine mobile Anlaufstelle vorstellen, ist mir ausserdem auch nicht ganz klar. Was soll das bezwecken? Dass das „Problem“ etwas fairer verteilt wird, in dem sie die Anlaufstelle rotierend immer mal in einem anderen Quartier aufstellen? Ob da die Leute mehr Freude dran haben?

    Die Anlaufstelle muss zentral bleiben – ob dort wo sie jetzt ist oder anderswo, darüber lässt sich diskutieren. Aber ich gehe mit Ihnen einig, dass rund um die Anlaufstelle rigorose Polizeiliche Überwachung stattfinden muss. Eine Szenenbildung muss klar verhindert werden.

    • Sandra 27. Juli 2012 at 08:57 Reply

      Guten Tag Herr Berger

      Warten wir zuerst einmal ab, wie das neue Standortkonzept des Gemeinderates aussieht – versprochen wurde ja, dass diese demnächst präsentiert wird. Ich befürchte, dass man die Drogenanlaufstelle einfach von der Gerbergasse in ein anderes Quartier verlagert, ohne dass sich an den Problemen etwas ändert. Und davor warnen wir, denn damit werden keine Probleme gelöst sondern nur verlagert. Um es nochmals klar zu stellen: Das Problem sind nicht die Süchtigen, auch nicht die Anlaufstelle an sich – es sind dies die halboffene Szene, welche sich jeweils vor dem Yucca/Cactus bildet und es sind Dealer, welche dort beinahe unbehelligt ihren Stoff verkaufen.

      Zur mobilen Anlaufstelle: Es ist nicht Sinn und Zweck, dass diese rotiert und wie ein Zirkus durch die Stadt tingelt. Der Vorteil einer mobilen Einrichtung wäre aber, dass man diese rasch und unkompliziert zügeln kann, sollten die negativen Begleiterscheinungen für die Anwohner unzumutbar werden. Bislang war es so, dass die Stadt die Anlaufstelle in eine teuer umgebauten Liegenschaft einquartierte, die Anwohner vor vollendete Tatsachen stellte und sie mit den Problemen alleine liess. Mit einer mobilen Einrichtung würden teure Umbauten und Renovationen entfallen. Je nach Standort hätte die Polizei bzw. die Drogenfahndung auch einen besseren Überblick und Kontrolle auf das Geschehen.

      So sieht unsere Idee aus, die wir als Input zur Diskussion stellen. Momentan klären wir diese Option genauer ab und informieren uns bei anderen Städten, die heute bereits solche mobile Stationen im Einsatz haben. Die heutige Drogenpolitik des Gemeinderates erinnert uns an den Spruch „Hurra, wir kapitulieren“. Wir sind aber überzeugt, dass gute Lösungen machbar sind und wir von der Jungen SVP Biel-Seeland arbeiten daran, konkrete Lösungsvorschläge zu machen.

      Mit freundlichen Grüssen
      Sandra Schneider

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