Die Rechte mit dem Engelsgesicht

Porträt – Die SVP-Stadträtin Sandra Schneider hat mit ihrer Hartnäckigkeit bereits eine steile politische Karriere hingelegt. Kompromisse geht sie keine ein. Nun will sie konsequent den Bieler Parkgebühren an den Kragen, die ihr zu hoch sind.

Foto: Stefan Leimer

Am Ende des Gesprächs sagt sie, dass sie beim Thema Parkgebühren auf jeden Fall dranbleiben wolle. Wer mit dem Auto in die Stadt Biel fahre, der zahle einfach zu viel, das schade dem lokalen Gewerbe. Obwohl ihr parlamentarischer Vorstoss zur Senkung der Parkgebühren kürzlich vom Stadtrat abgeschmettert wurde, hält sie daran fest. «Ich habe viele Briefe erhalten, die mir für meinen Einsatz danken.» Sandra Schneider ist hartnäckig.

Und Sandra Schneider wird genau deshalb geschätzt: Keine andere Stadträtin oder kein Stadtrat hat an den Wahlen im Herbst so gut abgeschnitten wie sie. Die Wähler bestätigten die SVP-Politikerin mit 3689 Stimmen für eine weitere Legislatur mit dem besten aller Resultate. Das Wahlergebnis sei eine Freude gewesen, weil sie sich damit bestätigt fühlte, sagt sie.

Geschafft hat sie das, weil sie Themen aufgreift, mit denen man sich Gehör verschafft: Den erwähnten Parkgebühren, die sie um 20 Prozent senken will. Oder die Sache mit den Gemeinderatslöhnen, die wohl ihr bekanntestes Anliegen ist. Seit Anfang Jahr erhalten die Bieler Gemeinderäte und der Stadtpräsident weniger Lohn. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass das gekürzte Jahressalär der Exekutivpolitiker sogar in der Stadtordnung festgeschrieben ist. Seit Anfang Jahr verdient der Stadtpräsident nur noch 220 000 statt 262 000 Franken im Jahr. Die Gemeinderäte mussten den Gürtel um 38 000 Franken enger schnallen. Manchmal, sagt die 25-Jährige, müsse sie sich deshalb noch heute einen Spruch gefallen lassen. Doch das nimmt sie mit Humor. Sie scheue sich halt nicht davor, auch unbequeme Themen aufzugreifen.

Für Spott sorgte das Video der Jungen SVP, das im Zusammenhang mit der Energieinitiative vor warmem Bier warnte, wenn diese angenommen werde. Das Video, in dem sie mitspielt, verbreitete sich auf den Sozialen Medien rasant und wirkte so handgestrickt, dass es eher den Befürwortern als der SVP zuspielte. Doch Schneider sagt: «Negativen Kommentaren schenke ich wenig Beachtung. Für mich zählt vor allem, dass die Reichweite gross war und man über dieses Video redete.»

Mit 21 in den Stadtrat gewählt

Wer Sandra Schneider persönlich kennenlernt, findet sie sympathisch. Und mit ihrer Beharrlichkeit hat sie bereits eine steile politische Karriere absolviert: Mit 
21 Jahren wurde sie in den Bieler Stadtrat gewählt. Heute ist sie Präsidentin der Jungen SVP Biel-Seeland, seit April Vizepräsidentin der Jungen SVP des Kantons Bern und Präsidentin der Jungen Auns Schweiz. Schneider steht für eine sehr restriktive Migrationspolitik, für eine ebensolche Finanzpolitik. Sie hält nichts von einem ausgebauten Sozialstaat oder Umweltschutz. Wie kann es sein, dass eine junge Frau so konservativ denkt? «Alles Vorgeschriebene widerspricht mir», sagt sie mit ihrer ruhigen Stimme. Auch wenn man bezüglich Umweltschutz in der Schweiz alles perfekt machen würde, gebe es ja viele andere Länder, welche nicht umweltfreundlich handeln. Schneider findet, man müsse den gesunden Menschenverstand walten lassen: «Auch für mich ist es doch selbstverständlich, dass man beim Verlassen eines Raumes das Licht löscht.» Sie macht keine Kompromisse, Nuancen sucht man in ihrer politischen Arbeit vergebens. Schwarz oder Weiss, das gehört zu ihr.

Sie erinnert sich an den Moment, als sie sich als 16-Jährige für Politik zu interessieren begann. Es war, als Bundesrat Blocher vor zehn Jahren in seinem Amt nicht wiedergewählt wurde. «Ich fragte mich, weshalb er von allen Seiten so angegriffen wird.» Sie merkte dann, dass ihr die Ideen der SVP gefallen. Kurz darauf trat sie der Jungen SVP bei, lernte an einer Parteiversammlung in Bern Erich Hess (SVP) kennen und war fasziniert. Schneider kann sich vorstellen, eines Tages für den Grossen Rat zu politisieren, vielleicht sogar in die nationale Politik einzusteigen. «Man muss Ziele nach oben haben», sagt sie, die die einzige Frau in der SVP/Die Eidgenossen-Fraktion im Bieler Stadtrat ist. Der Umgang untereinander sei sehr kollegial, Unstimmigkeiten würden direkt angesprochen. Dass sie die einzige Frau ist, ist kein Thema für sie. Von Frauen-Quoten hält die Frau mit dem Engelsgesicht generell nichts. «Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass ich einen Job nur aufgrund meines Geschlechts bekommen habe.» Auch über den Lohn lasse sich immer verhandeln, es liege auch an den Frauen, wie viel sie verdienen, sagt die Kauffrau.

Schneider ist in Biel mit einer fünf Jahre jüngeren Schwester in stabilen Verhältnissen aufgewachsen. Sie ist verheiratet. Wie andere junge Menschen schaut sie gerne Netflix-Serien: am liebsten «House of Cards» und «Tote Mädchen lügen nicht». Sie ist gerne am See und liest Krimis.

Nach Ende des Gesprächs verabschiedet sie sich freundlich, schüttelt auch dem Personal im Restaurant die Hand. Ein paar Schritte weiter stellt sie sich an die Bushaltestelle. Einen Führerausweis hat die Frau, die sich für Autofahrer in der Stadt stark macht, nicht.

Quelle: Debora Balmer, Bieler Tagblatt

Alors que la droite traditionnelle boit la tasse, l’UDC surnage

La liste UDC/Les Confédérés a fait le meilleur score aux élections pour le Conseil de ville.

L’alliance entre l’UDC biennoise et Les Confédérés a le vent en poupe. La liste présentée par les deux partis a fait le meilleur score de dimanche avec 107 067 suffrages, soit 19% des voix pour un total de 11 sièges (+2 par rapport à 2012). La formation politique devient ainsi la deuxième force du Conseil de ville après le bloc socialiste dont les trois listes (SP, PSR, JUSO) ont obtenu 32% des suffrages pour un total de 19 sièges (+2).

Reste que les candidats présentés par l’UDC caracolent en tête. Beat Feurer a été le mieux élus au Conseil municipal. Sandra Schneider est la candidate au Conseil de ville ayant récolté le plus de voix (3689). Elle dit être surprise par ce résultat: «Je n’avais jamais pensé que je pourrais finir à la première place. Pour l’UDC, c’est phénoménal car nous n’avions pas un grand budget pour cette campagne, mais nous avons réussi à avoir un bon contact avec le peuple.»

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Le succès de l’initiaive des jeunes UDC pour limiter les salaires des conseiller municipaux a contribué à renforcer la notoriété du parti agrarien à Bienne. Archives / Anita Vozza

Concernant la position de force dont bénéficie désormais l’UDC, Sandra Schneider pense que sa formation va pouvoir donner le ton dans les rangs de la droite durant la prochaine législature. «On a atteint une taille suffisante pour décider nous-mêmes. Je pense que les autres partis vont devoir nous suivre. Si on regarde les résultats, nous sommes les seuls à droite à avoir réussi à gagner des sièges. Nous avons donc obtenu une légitimité.»  „Alors que la droite traditionnelle boit la tasse, l’UDC surnage“ weiterlesen

«Die Politik erlebbar machen»

sandra2016Die SVP-Politikerin Sandra Schneider ist mit 3689 Stimmen die bestgewählte Stadträtin bei den Bieler Wahlen 2016. Ihr Erfolgsrezept? «Volksnähe», sagt sie. 

Sandra Schneider, was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?
Sandra Schneider: Wir haben aktiv auf der Strasse gearbeitet, haben mit den Menschen gesprochen, uns die Sorgen angehört und sie aufgenommen. Wir haben einen Nerv getroffen, etwa mit der Initiative «200’000 Franken sind genug», aber auch mit dem orangen Haus an der Mettstrasse, das wir in dieser Farbe erhalten möchten.

Sie haben auf die Emotionen gezielt. 
Ja, wir haben das aufgegriffen, was die Bevölkerung bewegt.

Sie sprechen für die SVP, eigentlich wollte ich aber Ihr persönliches Rezept erhalten.
Das deckt sich ziemlich gut (lacht). Ich war enorm viel auf den Strassen, habe in den vergangenen vier Jahren über 30 Standaktionen mitgemacht. Ich bin für die Bevölkerung sichtbar.

Das reicht, um mit dem besten Resultat überhaupt in den Bieler Stadtrat gewählt zu werden?
Ich wurde von diesem Resultat überrascht, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich bin sehr glücklich und danke meinen Wählern.

Dabei haben Sie sich in der laufenden Legislatur doch mit der Initiative zu den Gemeinderatslöhnen profiliert.
Ja. Für die Initiative gab es von den anderen Parteien viel Schelte. Doch ich bin nach wie vor der Meinung, alles richtig gemacht zu haben.

Was können Sie besser als andere?
Die SVP ist sehr volksnah, andere Parteien zeigen sich während der Amtszeit kaum, sind erst im Wahlkampf wieder auf den Strassen präsent. Das finde ich persönlich sehr schade, die Politik sollte erlebbar, lebendig gemacht werden.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft? 
Ich will meine Politik weiterführen, damit sich die Stadt Biel zum Positiven verändert. Ich werde auch künftig den Finger auf die wunden Punkte legen.

Interview: Lino Schaeren, Bieler Tagblatt

Sandra Schneider erzielte Stimmen bei den Linken

Die Analyse einen Tag nach den Wahlen liefert interessante Details: Zum Beispiel, dass linke Kandidatinnen und Kandidaten manchmal auch Stimmen von rechts erhalten. Oder wer hätte gedacht, dass SVP-Stadträtin Sandra Schneider am Wahlwochenende Wählerstimmen bei der SP und sogar bei der Juso holte?

Nicht jeder Wähler hat am Wahlwochenende eine unveränderte Liste eingeworfen. Viele entschieden sich dafür, zu panaschieren. Dabei wirft man eine Liste mit einer Listenbezeichnung ein und schreibt darauf Kandidaten von anderen Listen. Die Stadtkanzlei hat gestern die Statistik dazu veröffentlicht.

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Diese zeigt, dass die Panaschierstimmen oftmals von parteinaher Seite kommen – also nichts Überraschendes. Auf der Liste der SP steht dann beispielsweise zusätzlich noch ein Name eines grünen Kandidaten oder umgekehrt. So unterstützt sich Links-Grün gegenseitig. Doch mitunter bringt die Statistik auch unerwartetes Wählerverhalten zutage. Wenn etwa der Name eines Juso-Kandidaten auf der Liste der SVP auftaucht oder umgekehrt, wird es interessant. Beides ist in der Statistik in Einzelfällen zu finden.  „Sandra Schneider erzielte Stimmen bei den Linken“ weiterlesen

Politik versus Bürger?

sandra2016Meine Carte Blanche im Bieler Tagblatt vom 5. August 2016 – Entfernt sich die Politik von den Bürgern? Der Verdacht ist nicht unbegründet: Mit einem Rahmenabkommen soll die Schweiz enger an das Problemgebilde EU angebunden werden, obwohl die EU-Skepsis in der Bevölkerung noch nie so hoch war wie heute. Selbst der Austritt Grossbritanniens aus der EU störte den Fahrplan des Bundesrates nicht. «Endstation Brüssel» bleibt weiterhin das Ziel.

Auch in unserer Region führen fragwürdige Vorlagen immer wieder zu Unmut. Millionenteure Prestige-Projekte wurden in den letzten Jahren an der Urne mit teils sehr deutlichen Ergebnissen gestoppt. Ich denke dabei nur an die Umgestaltung des Bieler Bahnhofplatzes. Das unnötige Regiotram verschwand mittlerweile ganz in der Versenkung, nachdem der fehlende Rückhalt in der Bevölkerung (zu) offensichtlich wurde.
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Smartvote: Grüne und SP stehen abseits

Wen wählen? Vor dieser Frage stehen die Bieler Stimmbürger am 25. September bei den Gemeindewahlen. Smartvote ist eine Online-Wahlhilfe, wo die Kandidaten sich zu politischen Themen äussern. Ergebnis ist die sogenannte Smartspider mit diametralen Dimensionen, wie: liberale Gesellschaft/Law & Order, liberale Wirtschaftspolitik/ausgebauter Umweltschutz, offene Aussenpolitik/restriktive Migrationspolitik, restriktive Finanzpolitik/ausgebauter Sozialstaat. Der Wähler kann denselben Fragebogen ausfüllen und sieht, welche Politiker am ehesten mit seinen Vorstellungen übereinstimmen. Die meisten Bieler Parteien beteiligen sich an Smartvote, nicht so die SP und Grünen. «Wollen sie sich um klare Positionen drücken?», fragt SVP-Stadträtin Sandra Schneider. „Smartvote: Grüne und SP stehen abseits“ weiterlesen

Die SVP muss wieder in der Kommission „Personalreglement und Lohnsystem“ vertreten sein!

Medienmitteilung Junge SVP Biel-Seeland, 26.11.2015 – Stadtrat Pascal Bord wechselt von der SVP zur PRR und somit auch die Fraktion. Dadurch ist die SVP nicht mehr in der stadträtlichen Kommission vertreten, welche über die künftige Ausgestaltung der Gemeinderatslöhne berät. Die Junge SVP Biel-Seeland fordert, dass die Volkspartei auch weiterhin mit einem Delegierten in diesem wichtigen Gremium vertreten ist.

Der Parteiübertritt von Pascal Bord hat zur Folge, dass die SVP ihr einziges Mitglied in der Kommission Personalreglement und Lohnsystem verliert. Im Gegenzug ist die Fraktion der Freisinnigen nun mit vier statt wie bisher mit drei Stadträten in diesem Gremium vertreten. Für die Junge SVP Biel-Seeland ist es wichtig, dass in dieser Kommission alle Fraktionen vertreten sind. Dies garantiert, dass alle politischen Kräfte zu Wort kommen und auf einen Kompromiss hinarbeiten können, der von allen Seiten mitgetragen werden kann. Ohne Vertreter aus den Reihen der Fraktion SVP/Die Eidgenossen, ist ein solcher Kompromiss in Frage gestellt. „Die SVP muss wieder in der Kommission „Personalreglement und Lohnsystem“ vertreten sein!“ weiterlesen

Nationalratswahlen: Merci für 6034 Stimmen!

smartspider_2015Wer Zukunft will, muss Zukunft wählen! Deshalb kandidierte ich auf der Liste der Jungen SVP Kanton Bern für den Nationalrat. Dank Ihrer Unterstützung schaffte ich es auf den tollen 4. Rang. Für Ihre grosse Unterstützung danke ich Ihnen herzlich!

Besonders erfreulich ist das Resultat in der Stadt Biel. Die beiden SVP-Listen ergatterten zusammen 22% Wähleranteil. Dies zeigt, dass es für die SVP noch viel Potential gibt! Ich freue mich auf die Entscheidung bei den Bieler Wahlen im kommenden Jahr.

Unter Standpunkte finden Sie meine Smartvote-Antworten zu den Wahlen 2015

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Article Journal du Jura

5 Gründe, um SVP zu wählen

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www.zuercherin.com

Mein Gastbeitrag auf Die Zürcherin: www.zuercherin.com

Die SVP ist die mit Abstand meist kritisierteste Partei der Schweiz. Als SVP-Mitglied nehme ich das sportlich, denn Neid ist bekanntlich die höchste Form der Anerkennung. Der Erfolg der SVP erklärt sich anhand klarer Positionen, welche sich in den vergangenen 20 Jahren kaum verändert haben. Und ebendiese Standpunkte hebt die Volkspartei von der politischen Konkurrenz ab:

Unabhängig und frei bleiben!

Die SVP setzt sich seit Jahren konsequent für eine freie und souveräne Schweiz ein. Dem zuwider läuft ein EU-Beitritt, der im Bundeshaus immer noch von einem erschreckend grossen Teil des Parlaments und der Verwaltung verfolgt wird. Weiterer Souveränitätsverlust droht uns bei der automatischen Übernahme von EU-Recht und von willkürlicher Rechtsprechung im Namen des Völkerrechts. Hier setzt die SVP-Initiative „Landesrecht vor Völkerrecht“ an, welche die Schweizer Rechtsordnung einzig dem zwingenden Völkerrecht unterstellen will. Als einzige Partei wehrt sich die SVP seit Beginn gegen einen EU-Beitritt unseres Landes. „5 Gründe, um SVP zu wählen“ weiterlesen